Lektion 30, Text 1

 
Wie lebt ein gesunder Mensch?
 
Ein gesunder Mensch, welcher sowohl bei guter Gesundheit, als auch sein eigener Herr ist, muss keine Gesetze befolgen und benötigt weder einen Arzt, noch eine Physiotherapeuten.
Es gehört sich, dass dieser selbst das Leben auf verschiedene Arten lebt: mal auf dem Land zu sein, mal in der Stadt zu sein, öfter auf dem Feld zu sein; segeln, jagen, manchmal ruhen, aber häufiger trainiert er sich. Er soll die Arbeiten nicht scheuen. Denn die Trägheit schwächt den Körper, Arbeit stärkt ihn; jene (die Trägheit) gibt das frühe Alter, diese (die Arbeit) die lange Jugend zurück.
Es nützt, sich manchmal zu waschen, manchmal kaltes Wasser zu benutzen, mal sich ein zu salben, mal es zu vernachlässigen.
Ein gesunder Mensch muss dieselben Arten von Speisen nehmen, welche das Volk selbst benutzt. Es nützt manchmal in Gesellschaft zu sein, manchmal sich von dieser selben zurückzuziehen. Besser ist es zweimal als einmal am Tag Essen zu sich zu nehmen und immer möglichst viel.
 
Lektion 30, Text 2
 
Was gehört zur Kunst des Arztes?
 
Einem Arzt jedoch, wenn er nichts weiter tut, als wie er meine Hand berührt, wenn er mich auf dieselbe Art und Weise wie die Anderen behandelt, wenn er ohne ein Wohlwollen vorschreibt, was ich tun und vermeiden soll, damit ich gesund bin – schulde ich selbst jenem Arzt keinen Dank, weil er mich nicht als einen Freund sieht, sondern wie einen Käufer.
 
Lektion 30, Text 3
 
Einige Sprüche zum Knobeln
 
1. Wenn zwei dasselbe machen, ist es nicht dasselbe.
2. Der schweigt, der scheint übereinzustimmen.
3. Ein Grundsatz aus dem Strafrecht: Verstoße nicht zweimal gegen dasselbe!
4. Rom hat gesprochen, die Sache ist beendet.
 
 
Lektion 31
Text 1
Auffahrunfall ruckwärts
Zwei Mauleselinen zogen zwei beladenen Lastwagen die steile Auffahrt zum Kapitolshügel hinauf.
Die Eseltreiber das vorderen Lastwagens schoben den Lastwagen fleißig und kräftig
mit, um den Weg schnell und einfach zu vollenden. Trotzdem
rollte jeber Lastwagen zurück. Als die Eseltreiber, die zwischen den zwei Lastwagen
waren, aus der Mitrte herausgegangen waren, wurde der hintere Lastwagen von dem
vorderen gerammt. Er rollte zurück, er tötete einen Sklaven, der zufällig
auf dem selben Weg ging.
Der Herr des Sklaven fragte um Rat, ob er gerichtlich vorgehen kann. Es ist geantwortet
worden:
Wenn die Eseltreiber aus eigenem Antrieb aus der Mitte gingen und es deswegen geschah,
dass die Maulesel den Lastwagen nicht zurück halten konnten und er durch die Last selbst zurück-
gezogen wurde, kann gegen den Herrn des Maulesels nicht geklagt werden, sondern
gegen die, die aus der Mitte heraus gegangen waren.
Aber wenn die Mauleselinen vor irgentetwas scheuten und zurückwichen und die Eseltreiber
den Lastwagen verließen, damit sie nicht niedergedrückt werden, kann gegen den
Herrn geklagt werden.
Text 2 

Ein Sportunfall

Einige spielten mit dem Ball. Irgendeiner traf den Sklaven heftig, als dieser versuchte den Ball zu fangen. Der Sklave fiel und brach sich das Schienbein.
Es wurde gefragt, ob der Herr des Sklaven, verhandeln kann.
Es wurde geantwortet, dass nicht verhandelt werden kann, weil es scheint, als ob es mehr durch Zufall, als durch Schuld geschehen ist.


Lektion 31, Text 3
Fundsache - oder Diebstahl?
Als ein gewisser Mensch, irgendetwas Fremdes, das auf dem Weg lag, wagte es aufzuheben und mitzunehmen; er war über den Gewinn erfreut. Aber er freute sich nicht lange; denn er wurde des Diebstahls angeklagt, als die Sache erfahren wurde.
Denn wer irgendetwas anderes stielt, damit er Gewinn macht, kann des Diebstahls angeklagt werden, wenn er weiß, wem es gehört, oder wenn er es nicht weiß.
Wenn der Herr es aber freiwillig aufgibt, passiert kein Diebstahl. Denn eine aufgegebene Sache gehört niemandem, so dass in diesem Fall kein Diebstahl geschehen kann. 
Lektion 31 Text 4
 
Geflügelte Worte
 
Keine Bestrafung ohne Gesetz.
Im Zweifel für den Angeklagten.
Es bleibt immer etwas hängen.
Es möge auch die andere Seite gehört werden.
Höchstes Recht, höchstes Unrecht.
Es geschehe Recht, auch wenn die Welt darüber zu Grunde geht.
Lektion 32 

Erasmus von Rotterdam:
Der Abt Antronius besucht Magdalia
Antronius: Wie sehe ich die Möblierung?

Magdalia: Erscheint dir die Möblierung nicht elegant?

Antronius: Es ist gewiss sehr vornehm. - Aber es ist alles voll mit Büchern.

Magdalia: Warum gefallen dir die Bücher nicht?

Antronius: Sie machen das Leben weder besser noch angenehmer.

Magdalia: Dieses gute und angenehme Leben ... Auf welchen Umständen beruht es?

Antronius: Auf dem Schlaf, auf den Gastmählern, auf der Freiheit zu tun, was du wünscht, auf Geld und auf Ehre.

Magdalia: Wenn aber Gott diesen Sachen Weisheit hinzufügt, ist das Leben etwa nicht angenehmer? Ist Weisheit nicht besser als Unwissenheit?

Antronius: Was nennst du Weisheit?

Magdalia: Es ist Sache eines Weisen zu erkennen, dass ein Mensch nicht glücklich ist, ohne Güter des Geistes; dass Reichtum und Ehren ihn weder glücklicher noch größer noch besser machen.

Antronius: Die Menschen werden nicht glücklicher durch deine Weisheit. Welche ich nicht gutheiße. Besser und angenehmer ist jagen oder Würfel spielen. Am besten jedoch und angenehmsten ist es bei Gastmählern zu sein, Wein zu trinken, Gespräche zwischen Freunden zu haben.

Magdalia: Was aber, wenn es mir angenehmer ist einen guten Autor zu lesen, als dir zu jagen, als viel Wein zu trinken oder mit den Würfeln zu spielen? Werde ich dir etwa nicht angenehm zu leben erscheinen?

Antronius: So jedoch würde ich nicht leben. Dieses Leben scheint mir sogar am elendigsten zu sein. - Ich jedenfalls billige nicht, dass meine Mönche Bücher lesen.

Magdalia: Warum billigst du dies nicht?

Antronius: Je gebildeter, desto frecher sind sie: Sie hören nicht auf, mit Wörtern zu streiten. Ich will jedenfalls nicht, dass jemand meiner Leute gebildeter ist, als ich.

Magdalia: -

Antronius: Ich sehe da aber auch lateinische Bücher! Es ist selten, dass Frauen Latein können. Diese Sprache gehört sich für Frauen am wenigsten.

Magdalia: Warum?

Antronius: Die lateinischen Dichter verkünden immer laut die Liebe, sie beseitigen den Scham, sie verachten die Götter. Dadurch geschieht, dass Frauen nicht mehr gehorchen und ihre Pflichten sehr leicht vergessen. Sie vernachlässigen die Ehemänner, die Kinder und die häusliche Sache. Vertrauter Umgang mit lateinischen Büchern bringt Wahnsinn hervor. Denn diese Bücher nehmen den Frauen viel Verstand weg - und ihnen ist schon zu wenig übrig.

Magdalia: Ich weiß nicht, wieviel Vernunft euch übrig bleibt, aber ich werde fortfahren meinen Verstand zu benutzen, auch wenn er gering ist: Ich möchte lieber unvernünftig als dumm sein.


Lektion 33, Text 1
Angst im Lager am Rhein
 
Lucius: Du Marcus, bist ein Überlebender jener Niederlage, die uns Arminius Im Teutoburgerwald zugefügt hat. Sag, fürchtest du etwa nicht, dass Arminius den Unsrigen wieder Fallen bereitet hat? Das Heer ist mit dem Führer Germanicus schon mehr als zwei Monate abwesend. Nachrichten kommen selten.
Marcus: Das ist kein Grund zum Fürchten, Lucius. Germanicus wird vorsichtiger sein als Verus, er wird nicht in die Fallen hinein laufen. Ein Mann, erfahren im Kämpfen, Legat Caecinus wird die Legion unversehrt über den Rhein zurückführen.
Lucius: Es gibt das Gerücht, dass der Herrscher das Heer sogar in jene traurige Orte von Veruse Niederlage geführt hatte, um die Seelen der dort getöteten zufrieden zu stellen.
Marcus: Ich heiße es nicht gut, dass Germanicus so gehandelt hat. Der Ort, der mit Gebeinen übersät und mit so viel Blut der Römer getränkt ist, ist verflucht. Die Soldaten werden bei diesem Anblick nicht kühner beim Kampf werden!
Lucius: Siehe Aggripina, die Frau des Feldherrn. Dort geht sie durch das Lager, durch freundliches Sprechen stärkt sie den Mut der Soldaten, denn sie weiß, dass diese sich um den Feldherrn und die Kameraden fürchten. Sie ist die Mutter des Lagers.
– Wenn doch nur der Feldherr mit dem Heer unversehrt zurückkehren würde.
Am folgenden Tage breitet sich das Gerücht, durch die Botschaft der Ubier, immer weiter aus, dass der Feldherr mit seinem Herr in den Sümpfen umzingelt worden war. Durch gehen wuchs das Gerücht von Tag zu Tag. Schließlich wurde im Lager erzählt, dass die Germanen, nachdem sie vier Legionen zerstört hatten, mit einem feindlichen Heer nach dem Rhein strebten. Die Soldaten liefen zusammen, um die über den Rhein gebaute Brücke zu zerstören, weil die Furcht vor den Germanen sie bewegte.
 
 
 
 
Lektion 33, Text 2
 
Agrippina greift ein
 
Dann stellte sich Agrippina, während sie ihre vor kurzem geborene Tochter auf dem Arm hielt, mitten auf der Brücke auf, und sprach die Soldaten, die dabei waren die Brücke zu zerstören, so an:
"Welche schändliche Furcht drang in eure Herzen ein, Soldaten, dass ihr beabsichtigt, durch das Zerstören dieser Brücke, ihnen den einzigen Rückweg abzuschneiden, weil ihr den Feldherrn und seine Kameraden vergessen habt. Ich jedenfalls werde mit meiner Tochter nicht von der Brücke weichen.
Verratet also euren Feldherrn!
Verratet die Kameraden und den Adler!
Versenkt die Frau des Feldherrn in dem reißenden Fluss, zu eurer ewigen Schande."
Nachdem die Soldaten die zornigen Worte der Frau gehört hatten, ließen sie von ihrem Versuch ab, weil sie von Scham bewegt waren. Und wenige Tage später kehrten Germanicus und sein Heer zurück.
 
Viele Jahre später gründete deren Tochter Agrippina, dann die Ehefrau des Kaisers Claudius, an diesem Ort, wo sie geboren worden war, die Stadt Colonia Agrippinensis.
 
 
Lektion 34, Text 1
 
Symmachus grüßt Ausonius
 
Du willst einen längeren Brief von mir erhalten, Ausonius. Dies ist sicher ein Anzeichen wahrer Freundschaft unter uns. Aber ich will lieber kurz antworten, weil ich mir meines Talentes und meiner armen Redekunst bewusst bin. Es ist nicht erstaunlich, denn es geschieht durch deine Schuld, wenn meine Beredsamkeit nicht gestärkt ist. Schon lange wolltest du mich nämlich durch irgendeines deiner Werke erfreuen. Dein Buch "Mosella", das du durch göttliche Verse geschaffen hast, fliegt nun durch Hand und Geist vieler Menschen Zu mir jedoch wollte es nicht fliegen.
Warum wolltest du mich an diesem Buch nicht teilhaben lassen. Das ist jedenfalls eine Ungerechtigkeit. Entweder schien ich dir zu wenig gebildet zu sein, dass ich es nicht beurteilen könnte, oder gewiss boshaft, dass ich es nicht loben wolle. Aber ich habe gute Sitten, dass ich lieber verschweigen will, was ich meine.
Ich gelangte dennoch zu dem Geheimnis jenes deines Werkes und verzeihe dir. Die Bewunderung für Mosella beseitigt das Gefühl von Ungerechtigkeit.
Ich würde dir nicht glauben, wenn du so großes und schönes über die Mosel erzählst, wenn ich nicht wüsste, dass du niemals, nicht einmal in deinen Gedichten, lügst.
Ich füge dein Gedicht den Büchern der berühmtesten Dichter hinzu.
Leb wohl!
 
Lektion 34, Text 2
 
Ausonius grüßt Symmachus
 
Wenn du mir doch verzeihen würdest, Liebster Symmachus, dass ich dir mein Buch Mosella noch nicht geschickt habe! Verurteile den befreundeten Dichter nicht wegen dieser Verzögerung! Denn der Dichter, weil er ja will, dass sein Werk möglichst gut ist, ist gewohnt, die noch nicht vollendeten Geschichten zurück zu halten und sie nicht einmal den besten Freunden zu schicken, damit sie gelesen, beurteilt und gelobt werden. Oder willst du lieber, dass ich schlechte und lächerliche Verse verfasse, als gut zusammengestellte.
Nun jedoch fliegt die Mosella ohne Verzögerung in deine Hände: Meine Verse wollen von dir gelesen, beurteilt und gelobt werden.
Lebe wohl!
 
 
Alamannensturm an Rhein und Mainz
Nach der Schlacht bei Strassburg befahl der Kaiser, dass die Körper aller Toten gesammelt werden, denn die Körper mussten gesammelt werden, damit die Vögel die nicht verzehren. Dann kehrte er nach Saverne zurück. Er hat befohlen, dass von dort aus mit allen Gefangenen die Beute zu den Mediomatriven geführt werden soll. Er selbst hatte vor, nach Mainz zu streben, um den Rhein über die Brücke zu überschreiten und danach die Barbaren im eigenem Gebiet anzugreifen.
Das Heer jedoch leistete diesen Widerstand und hinderte ihn daran den Krieg zu erneuern. Aber der Kaiser brachte mit Beredsamkeit und dem Ansehen den Soldaten seinen Willen näher. So folgten die Soldaten ihrem Anführer, nachdem sie von der Liebe zum Kaiser veranlasst worden sind, vor allem weil er selbst immer mehr Arbeit auf sich nahm, als er den Soldaten auferlegte.
Der Rhein ist auf der Brücke überschreiten worden um die Gebiete der Feinde zu besetzen und zu verwüsten. Die Barbaren jedoch, die von der Menge der Truppen unterdrückt und von der Niederlage bei Strassburg belehrt worden waren, was ihnen drohte, schickten die Boten vor um den Frieden zu erbitten. Aber später, nach der Wandlung des Willen, drohten sie durch andere Gesandten unseren einen heftigen Krieg an, wenn die nicht deren Gebiet verlassen würden.
Aus diesem Grund verteilte Caesar, über diese Dinge benachrichtigt, 800 Soldaten auf schnelle und mittelgroße Schiffe. Diesen befahl er, dass sie den Main hinauffahren und alles mit dem Wasser und Feuer verwüsten. Bei Tagesanbruch sind die Soldaten geführt worden, um die Ufer zu besetzen, aber der Anführer, nachdem er nichts Barbarisches gefunden hatte, erlaubte den Soldaten die Dörfer der Feinde zu plündern und anzuzünden.
Die Germanen sehen die Feuer aus der Nähe; eine Falle, die sie unseren an einer engen Stelle gestellt haben, mussten sie zurücklassen; um ihr Hab und Gut zu retten liefen sie schnell herbei. Unsere umzingelten die Barbaren von allen Seiten. Diese, die hier von Reitern, da von Soldaten, die durch Schiffe herantransportiert waren, erschreckt wurden, fanden trotzdem eine Gelegenheit zu entkommen, weil sie die Gegend kannten. Daher sollten unsere diese Schande auslöschen. Bei der Verfolgung des Gegners vernichteten sie die Landhäuser, das Vieh und das Getreide.
Endlich erkannten die Germanen -von Furcht veranlasst -, dass sie Frieden schließen mussten. Drei Könige von ihnen kamen zu dm Kaiser und schwörten, dass sie die Verträge einhielten, ja sogar unseren Getreide zu liefern. Dies haben sie versprochen. Treue vortäuschend und von Furcht gezwungen. Wenig später sogar die Barbaren...

Halo Leude ich weiß net was ich hier noch großartig schreiben soll, also grüße ik einfach ma alle die ik kenn ja ne wah
 
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